JULIAS ECKE
1.BLOCK
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Der Seele Schaffensmacht
Sie strebet aus dem Herzensgrunde
Im Menschenleben Götterkräfte
Zu rechtem Wirken zu entflammen,
sich selber zu gestalten
In Menschenliebe und im Menschenwerke.
Rudolf Steiner
Seelenkalender 41. Spruch
„Wäre der Mensch' bloß Geschöpf der Natur und nicht zugleich Schaffender, so stände er nicht fragend vor den Erscheinungen der Welt und suchte auch nicht ihr Wesen und ihre Gesetze zu ergründen… In ihm liegt der Trieb, zu der vorhandenen Welt noch eine aus ihm entsprungene hinzuzufügen.“
Rudolf Steiner, Egoismus in der Philosophie. GA 30.
Me vor 60 Jahren
Was die Texte betrifft, so kann man sie allesamt als die umgestülpte Seelenhaut eines bestimmten Menschen betrachten. Sie sind die Zeugen der besinnlichen Momente, Stunden oder Tage aus verschiedenen Lebensphasen, Zeugen meiner Bemühungen, den roten Faden der eigenen Existenz auf der Erde nicht aus dem Auge zu verlieren.
ERMAHNUNG
Lasst doch eure Geschäfte
für einen Augenblick ruhen!
Blickt durch das Fenster
des schauenden Auges.
Was seht ihr?
Kommt da nicht euer Bräutigam?
Wartet da nicht eure Braut?
Steht da für euch nicht die festliche
Mahlzeit bereit
und dampfen die heißen Gerichte?
Beeilt euch,
solange das Essen ist warm,
solange die Brote
sind nicht ausgetrocknet
oder verschimmelt.
Und solange der Wein
in Gefäßen
ist nicht versauert.
Solange die Braut
nicht verkümmert,
Der Bräutigam
schwachsinnig ‘worden
vor lautem
vergeblichen
Warten.
Lasst eure Geschäfte,
Hebt auf eure Augen!
Ob nicht die Braut?
Nicht der Bräutigam?
Ob nicht euer Leben
verzweifelt
wartet auf euch?
DER GOTTES FUNKE